Wir meinen was wir sagen/Wir sagen was wir meinen – Warum Ausgrenzung bei der Sprache stattfindet

Meine Familie und ich wohnen seit einem guten Jahr in Witten. Stadtteil Bommern.

Gestern habe ich aber gelernt, dass das nicht die einzige Unterteilung ist, die man vornehmen kann. Auf dem kleinen Weihnachtsmarkt eines Stadtteil-Sportvereins traf ich drei alte Schulkameraden wieder. Zwei von Ihnen habe ich seit gut 16 Jahren nicht mehr gesehen. Darauf entspannte sich folgender kurzer Dialog:

„Was machst Du denn hier?“

Ich: „Wohnen. Wir wohnen seit einem Jahr wieder in Witten.“

„Ach, wo denn?“

Auf diese Frage nannte ich meine Adresse. Die Antwort darauf:

„Ach da unten. Na, wenigstens auf der richtigen Seite.“

Unser Stadtteil hat gut 8.000 Einwohner. Witten knapp 100.000 Einwohner.

Abgrenzung beginnt mit Sprache. Wir meinen was wir sagen. Und daher beschäftigt mich der hier dargelegte kleine Dialog seitdem. Entstehen so die NIMBY-Bewegungen?

Viele von uns beschäftigen sich mit der Situation der zahllosen geflüchteten Menschen aus den Krisenherden dieser Welt, viele setzen sich damit politisch auseinander, viele helfen in Essens- oder Kleiderausgaben oder engagieren sich anderweitig.

Wenn aber Differenzierung schon in einem Stadtteil beginnt. Wenn es „oben in Bommern“ und „unten in Bommern“ gibt, läuft dann etwas falsch? Ja und nein! Jeder Mensch hat das Recht sich abzugrenzen, sich seine Freiheiten zu schaffen. Ein sicheres Zuhause ist wichtig und wahrscheinlich das, was die meisten geflüchteten Menschen vermissen.

Aber wir können uns trotzdem hinterfragen. Welche Aussage treffe ich gerade wirklich? Was diktiere ich meinem Gehirn gerade, welche Grenzen setze ich mir selber? Denn Abgrenzung und Ablehung beginnt im Kleinen.

Ich werde weiter gerne in Witten wohnen. Mehr Differenzierung brauche ich nicht.

 

 

 

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