Was der zweite Satz der Therodynamik mit Kommunikation zu tun hat…

In seinem Buch „Die Zukunft“ beschreibt der ehemalige US-Vizepräsident die Vorkommen der Entropie in der Natur und findet dafür ein eingängiges Beispiel. Er beschreibt einen Ring aus Qualm oder Rauch. Ein solcher Ring ist zu Beginn klar definiert, ist gut erkennbar und hat klare Abgrenzungen. Nach und nach werden diese Grenzen undifferenzierter, bis der Ring letztlich verschwindet. Er verschwindet allerdings nicht. Er verbindet sich mit seiner Umgebung.

Entropie in der Kommunikation 

Viele Jahre galt das Sender –> Empfänger Modell als das Kommunikationsmodell. Heute wissen wir, dass ein solches Modell Schwachsinn ist. Es vereinfacht Kommunikation in einem Maße die zu keinem Ergebnis führt. Wir wissen heute, auch fußend auf den Erkenntnissen der Neurolinguistik, dass unsere Welt konstruktivistisch ist. Jeder Mensch konstruiert sich seine „eigene“ Wahrheit, basierend auf Erziehung, Kultur, Erfahrungen, Beruf und vielen Dingen mehr.

Kommunikation ist Entropie. Warum? Sie kennzeichnet sich vor allem durch Irreversiblität, also Unumkehrbarkeit. Man bekommt die Zahnpasta nicht mehr in die Tube zurück.

So verhält es sich auch mit der Kommunikation. Was einmal draußen ist, ist draußen. Egal ob verbal, non-verbal oder para-verbal. Ob schriftlich oder als geteiltes Bild in den sozialen Medien. Sie beginnt Wirkung zu entfalten die nicht rückgängig zu machen ist.

Was bedeutet das für die Kommunikation von Führungskräften?

Heute unterscheiden wir grob drei Formen der Führung:

– autoritäre Führung

– basisdemokratische Führung

– kooperative Führung

Aus meiner Sicht kann es keinen richtigen Führungsstil in dem Sinne geben, dass stets einer der oben genannten Stile das beste Ergebnis produziert. Vielmehr zeigt das entropische Verhalten jeglicher Kommunikation, dass Führungskräfte ihren Köcher mit verschiedensten Pfeilen füllen- und in der Lage sein müssen ihr Verhalten der jeweiligen Situation anzupassen.

Dazu kommt ein weiterer Punkt: Führungskräfte müssen die Wirkungen ihrer Kommunikation beobachten und überprüfen. „Ich habe es doch im Meeting gesagt…“ oder „Ich habe es ihm/ihr doch geschrieben…“ reicht nicht. Eine echte Führungskräft überprüft stets die tatsächliche Wirkung ihrer gesendeten Nachrichten, denn sie weiß, dass sich Kommunikation nur sehr bedingt berechnen lässt.

Entropie in der Onlinekommunikation 

Die Onlinekommunikation ist eine besonders entropische Form der Kommunikation. Sie ist chaotisch.  Chaotisch im naturwisssenschaftlichen Sinne: nicht berechenbar.

Egal wie lange das Social Media- und Community Management plant, sie blasen zwar einen klar definierten kommunikativen Rauchring nach außen. Dieser beginnt sich dann rasch mit der Außenwelt zu vermischen – was ja erklärtes Ziel jeglichen Social Media Aktivität ist –  und wird dadurch wenig berechenbar.

(Mehr zur Entropie in der Onlinekommunikation demnächst)

Bildquelle

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Rauchring#/media/Datei%3ASmoke_ring.jpg

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