Was Aung San Suu Kyi, Barack Obama und Martin Schulz gemeinsam haben. Und was man dagegen tun sollte

Zur Zeit passiert etwas großartiges. Durch den Antritt von Martin Schulz als Kanzlerkandidat bei der kommenden Bundestagswahl erlebt die SPD einen kaum noch möglich gedachten Auftrieb. Die Mitgliederzahlen steigen und die SPD ist aktuell wieder die mitgliederstärkste Partei in Deutschland.

Gleichzeitig erhält die Demokratie einen Aufschwung und Politik wieder mehr Gewicht. Gewicht, nicht durch das Anschwellen populistischer Neuparteien oder durch Diskussionen über den Niedergang des Abendlandes, sondern durch das Erstarken der alten Parteien und Themen jenseits von Langeweile und Panikmache.

Das ist gut!

Der Hype

Den Hype den Martin Schulz sucht seinesgleichen. Gleichzeitig wird er zum legitimen Nachfolger Willy Brandts erklärt, zur Lichtgestalt und zum quasi schon gewählten Kanzler.

Bis zur Bundestagswahl sind es noch viele Monate. Monate die dazu führen werden, dass Martin Schulz vom Heilsbringer zum Menschen wird. Er wird Dinge in Gang setzen und Fehler machen, er wird Themen besetzen die Menschen anziehen und andere abstoßen. Er wird sehr viel richtig machen und manches falsch. So wie jeder Mensch.

Der Hype wird Schulz nützen und gleichzeitig schaden. Spätestens seit Barack Obama wissen wir, dass kein Mensch übermenschliche Erwartungen alleine erfüllen kann. Im Gegenteil, sie können schaden, sobald sie zur Ernüchterung führen. Ernüchterung die nicht ausbleiben wird.

Demokratie nicht alleine lassen

Ein Politiker, egal ob von Partei A, B oder C, ist auf seine viel beschworene Basis angewiesen. Eine Basis, die im Fall von Martin Schulz gerade extrem aufgescheucht reagiert. Das ist gut. Dennoch muss es gelingen diesen Aufbruch zu konsolidieren und aufrecht zu erhalten.

Alles kreist um eine Sonne

Wenn ich zur Zeit in die sozialen Medien schaue, dann sehe ich viele Bilder, Selfies und Sharepics von überregional unbekannten Politikerinnen und Politikern, die sich mit Schulz ablichten. Es gibt sogar eine Seite mit Schulz-Facts, die angelehnt an Chuck Norris – Witze den Kandidaten zum Helden stilisieren. Auch diese „Fakten“ werden fleißig verteilt. Immer mit dem Ziel, dem Wahlkampf des ehemaligen Präsidenten des Europaparlaments zu dienen.

Aber wozu führt es?

Das Zuspitzen auf den einen ist gefährlich. Jeder Lokalpolitiker versucht nun ein Stück des neuen Glanzes auf sich abfärben zu lassen. Wenn Schulz im Bund wählbar ist, dann macht das die SPD doch bestimmt auch auf nachgelagerter Ebene attraktiv! Was dabei auf der Strecke bleibt sind eigene Profile, eigene Ideen, eigene Inhalte und, kleinteilig in Social Media gedacht, eigener Content.

Natürlich wollen die Menschen einen starken Kandidaten im Bund. Sie wollen aber auch sehen, dass vor ihrer eigenen Haustür etwas geschieht und wissen, dass dafür nicht Merkel und Schulz, sondern Bürgermeister, Landrat, Landtag und Bundestagskandidat in der Pflicht stehen.

Was also tun?

Schulz steht für sich und ist beliebt und gefeiert, weil er als Person mit Inhalten besteht. Das dürfen, können und müssen nun auch diejenigen tun, die an der Basis – was und wo auch immer das sein mag – mit Menschen in Kontakt kommen, die Politik zur Zeit generell skeptisch gegenüberstehen.

In Social Media gesprochen: Mehr posten und tweeten, weniger teilen und retweeten.

 

 

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