Warum es Wutbürger, Idioten, Trolle und Trottel schon immer gab

Wer sich mit Social Media und der Onlinekommunikation nur am Rande beschäftigt kann den Eindruck bekommen, dass die Welt schlechter geworden ist.

Schaut man auf die Profile von Tageszeitungen, Lokalzeitungen, Wochenzeitungen, Politikern, Prominenten und großen Unternehmen bekommt man rasch den Eindruck, dass die Welt – zumindest online – nur aus Pöbeleien und Beschimpfungen besteht. Auch die Kommentarzeilen von Spiegel, Welt und Co. sind voll von Verschwörungen, auf der einen-, und Selbstbeweihräucherungen auf der anderen Seite.

Das kann dazu verleiten zu behaupten es gebe keine gute Kinderstube mehr oder der Untergang des Abendlandes stehe kurz bevor.

Wir alle sind heute Pioniere

Wir alle haben im Bereich der Onlinekommunikation keine Erfahrungen. Es gibt sie erst seit etwa 10 Jahren, wenn man den Start der großen Social Media Plattformen als „Stunde Null“ definiert. Ich finde es großartig zu einer Generation gehören zu dürfen, die eine völlig neue Form der Kommunikation und Vernetzung mit erfindet und mitgestaltet. Mit allen Vor- und Nachteilen!

Plötzlich erhalten alle Menschen die Chance ihre Meinung frei und offen zu äußern. Und sie tun es.

Alles neu?

Nein, Menschen haben ihre Meinung schon immer kundgetan und vertreten. Menschen haben sich schon immer in Milieus bewegt, das heißt sich mit „Gleichen“ umgeben. Diese Entwicklung beobachten wir nun auch online – hier aber transparenter, schneller und offensiver. Milieus entstehen heute nicht mehr nur durch das Zusammenleben in der selben Stadt oder Region, dem Besuch der gleichen Kneipe oder dem Nachgehen des gleichen Berufs. Sie entstehen auch durch die „Filterbubbles“, also der „Online-Filterblase“ die uns umgibt und die Social Media Plattformen, Webseiten und Suchmaschinen die Möglichkeit gibt, uns nur mit dem Content (Inhalten) zu versorgen von denen Algorithmen wissen, dass wir sie sehen wollen.

Somit führt das Internet dazu, dass wir zwar auf zahllose Informationen zugreifen können, uns aber im Durchschnitt nur mit den Informationen umgeben die uns Algorithmen aufgrund unseres User-Verhaltens zuschustern.

Wozu wird das führen?

Wir sehen, dass das Neue das Alte zwar ergänzt, viele Dynamiken aber gleich bleiben. Lediglich: sie werden sichtbarer!

Gemeinsam lernen wir nun damit umzugehen und die Phänomene der Onlinekommunikation in unseren Alltag zu integrieren. In den kommenden Jahren wird diese Lernphase weiter anhalten, flankiert von Diskussionen und Diskursen, Versuch und Misserfolg. Kommende Generationen werden keine andere Wirklichkeit mehr kennen lernen und schon früh lernen mit dem umzugehen was heute noch neu für uns ist.

Was heißt das für Unternehmen?

Gerade von Unternehmen wird eine große Professionalität im Umgang mit der Onlinekommunikation erwartet. Das führt zu einer Professionalisierung der Berufsbilder hin zum Social Media Manager, Community Manager, Online Marketing Manager,…

Die Aufsplittung ist einerseits gut, andererseits darf sie nicht dazu führen das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.

Social Media ist Kommunikation. Nicht mehr, nicht weniger. Die war immer schon eine Herausforderung für Profis, also Menschen die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen. Nun kommen neue Vorzeichen dazu mit denen Firmen lernen müssen umzugehen.

Den guten Steuermann lernt man erst im Sturm kennen. – Lucius Annaeus Seneca

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