Für mehr Erklären – Warum Populär Populismus begegnen kann

Laut vieler Thesen und Medienberichten befinden wir uns nun im postfaktischen Zeitalter und der Populismus gewinnt langsam die Oberhand.

Das mag in Teilen stimmen. Alleine aber das Hinnehmen dieser Tatsachen empfinde ich als ebenso postfaktisch und pre-populistisch. Zeichen sich Populisten nicht dadurch aus, dass sie eben keine weiteren Meinungen gelten lassen wollen als ihre? Genau!

Die größte Schwierigkeit beim Populismus ist ja, dass man ihn nicht sofort erkennt. Auch vor dem Ausrufen unserer heutigen Zeit gab es Populisten und populistische Äußerungen. Letztlich leben wir alle davon hier und da populistisch zu agieren. Und sei es nur im Kleinen. Populismus ist nicht grundlegend „böse“. Schlecht ist er nur, wenn er nicht erkennbar ist. Oder auf Menschen trifft die alles unhinterfragt lassen.

Warum hat der Populismus gerade jetzt eine Chance?

Um eine berühmte Tampon-Werbung frei zu zitieren: Die Geschichte des Populismus ist eine Geschichte voller Missverständnisse und absolut nichts neues.

Karl Marx fand 1844 mit dem Claim, Religion sei das Opium des Volkes eine treffende Kurzbeschreibung für die Art und Weise wie die Kirche die Menschen an sich bindet.

Bereits Aristoteles beschrieb den Populismus indirekt als er erklärte, dass Substanz etwas sein, dass nichts anderes um sich herum braucht um zu existieren.

Populismus ist also ein alter Hut. Warum also ist er wieder neu in Mode?

Weil alle, die etwas zu erklären hätten, dieser Aufgabe in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten nur bedingt gut nachgekommen sind.

Gerade die Politik hat oftmals versäumt die tatsächlich schwierigen und weitverzweigten Sachzusammenhänge transparent zu machen, zu zeigen warum eine Entscheidung so getroffen wurde wie man sie nun vorfindet. Es wurden Modelle und Reformen erfunden und erarbeitet die funktionieren – die aber niemand außerhalb des politischen Systems wirklich versteht.

Populismus wird auch als Anti-Intellektualismus beschrieben. Und darin liegt, meines Erachtens die Lösung. Keine Gesellschaft ist als Masse intellektuell. Tatsächlich wird „Masse“ immer eher vom gesunden Menschenverstand geleitet. Und dieser ist eher simpel als kompliziert.

Was ist also zu tun? Wie kann dem Populismus begegnet werden?

Durch Popularität.

Populär entstammt dem französischen Wort populaire  und bedeutet „zum Volk gehörig“. Also eine Forderung die immer wieder, gerade an die Politik gestellt wird aber auch in Unternehmen immer dann laut wird, wenn zu viel top-down herrscht.

Die Unterschied zwischen populär und populistisch ist dabei, dass populäres Handeln darauf zielt Entscheidungen verständlich zu machen, herzuleiten, zu erklären. Es besteht also ein grundlegender Unterschied zu einer populistischen Handlungsweise.

Erklären wiederum leitet sich vom Adjektiv klar ab und steht für deutlich oder auch ausrufen.

Wie begegnen wir also dem Populismus unserer Zeit, der die Gefahr birgt rasche und einfache Lösungen zu favorisieren, ohne die Zusammenhänge wertzuschätzen?

Eigentlich (und eigentlich ist ja immer ein doofes Wort) ist es ganz einfach: wir müssen vermehrt darauf achten, Dinge zu erklären, Zusammenhänge nicht auszulassen und eben dadurch populär zu werden. Dann hat der Populismus keine übergreifende Chance mehr. 

 

 

 

 

 

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