Elternzeit – „Ist das denn gut für Deine Karriere?“

Ab dem heutigen Tage bin ich in Elternzeit. Für mindestens 365 Tage, ein Jahr. Ich gehe diesen Schritt im Vollbesitz meiner geistigen Fähigkeiten. Warum betone ich das? Dazu später mehr.

Kurz vor der Geburt unseres zweiten Kindes habe ich begonnen im Ruhrgebiet zu wohnen und im Rhein-Main-Gebiet zu arbeiten. Trotz vieler Entgegenkommen meines Arbeitgebers bin ich dadurch zum Wochenendpapa verkommen. Etwas, das ich nicht sein möchte. Ich habe zwei Kinder. Nicht, damit die Welt um zwei Menschen größer ist, sondern damit ich sie aufwachsen sehen und begleiten kann. Ich möchte, dass sie von mir lernen und ich möchte von ihnen lernen. Und möchte mit ihnen Spaß haben, mich mit Ihnen streiten.

Daher freue ich mich auf eine intensive Zeit, die mir oft Stress bereiten wird und von der ich manchmal bereuen werde, sie angetreten zu haben. Im Großen und Ganzen wird sie aber wunderbar werden.

Ich freue mich, dass meine Frau, die in den letzten vier Jahren in die zweite Reihe getreten ist, nun beruflich voran kommen kann und ich finde es großartig in einer Generation zu leben, in der das möglich ist. Gesellschaftlich und gesetzlich.

Erste Reaktionen

Aber ist es so einfach? Die Reaktionen auf die Verkündung nun ein Jahr in Elternzeit zu gehen, gänzlich unbezahlt, rief vielfältige Reaktionen hervor. Einige davon haben mich überrascht, andere ungläubig gemacht.

Aus der Gruppe derer, die selber kleine Kinder haben, fiel die Reaktion durchweg positiv aus. Aber auch hier konnten sich, gerade Männer, oft kleine Spitzen nicht verkneifen und gratulierten mir etwa zu der Entscheidung jetzt in Weicheizeit zu gehen. Aha! Neidisch, oder ist unser festgelegtes Rollenbild doch noch starrer, als wir alle hoffen und auch von uns selber wünschen?

Eine sehr häufige Reaktion war die Frage: Meinst Du denn, dass das gut ist für die Karriere? Also, wenn man da jetzt so raus ist? Auch die Frage nach der potenziellen Lücke im Lebenslauf kam auf.

Meine Frau hat danach nie jemand gefragt, als sie jeweils zweimal ein Jahr daheim geblieben ist, um das erste Jahr unserer Kinder möglichst gut zu gestalten. Die Frage nach möglichen Nachteilen bei der Rente oder ähnliches gab es bei ihr nie.

Meine Antwort

Meine Antwort ist sehr einfach: Ja, die Entscheidung ist hervorragend für meine Karriere. Für meine Karriere als Mensch und als Papa. Und jobmäßig mach ich mir gar keine Sorgen. Ich führe ein Leben und pflege keinen Lebenslauf.

Also, macht Euch bereit auf einige Artikel zu meiner neuen Tätigkeit als Vollzeitpapa.

 

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