Digital Detox oder wie mein iPhone Akku einmal zwei Wochen nicht geladen wurde.

Ich habe es getan! Ich habe digital gedetoxt. 14 Tage Urlaub an der Nordsee. Ohne Smartphone, Tablet und Notebook. Nun ja, sie waren dabei, blieben aber unbenutzt. Normalerweise ist mein iPhone Akku gegen 17 Uhr bereit geladen zu werden. Diesmal hielt er 14 Tage.

Stattdessen wurde ich begleitet von meinem Nokia 6210, dessen Akku noch immer mehrere Tage durchhält – in Gebrauch! Ich habe eine Tageszeitung gelesen und jeden Abend die Tagesschau geschaut. Zusätzlich habe ich mir eine Sonntagszeitung gegönnt.

Was ich verpasst habe? Gar nichts! Die knapp 400 relevanten E-Mails waren nach meiner Rückkehr schnell beantwortet, vieles hatte sich bereits von alleine erledigt.

Was wir heute falsch machen

Wir konsumieren heute vielfach Informationen, weil wir es können. Der Stream bei Facebook sortiert sich nach jeder Aktualisierung neu und gaukelt und so vor, dass es ständig etwas Neues gibt. Dabei erfahren wir nicht viel mehr als Redundanzen. Das immer Gleiche aus verschiedenen Blickrichtungen. Wir wollen immer möglichst informiert sein, um ja nichts zu verpassen. Und verpassen dabei auf uns selbst zu achten, unsere Umgebung zu beobachten oder ganz einfach wirklich einmal gar nichts zu tun.

Mir tat der Entzug gut, denn ich habe (mal wieder) gelernt, dass es wenig gibt, das man verpassen kann. Ein furchtbarer Anschlag in London. Furchtbar, aber es ändert nichts am Weltgeschehen, wenn ich davon erst am nächsten Morgen erfahre und nicht live auf Twitter mit dabei sein kann. Ich habe sogar gewonnen, denn ich habe verschiedene sehr gute Telefonate geführt, die sonst nur trister Mailverkehr geworden wären. Ich habe Zeit gewonnen, ohne das Gefühl etwas zu verpassen.

Das Gefühl nichts zu verpassen müssen wir wieder lernen, denn die Welt dreht sich auch dann weiter, wenn wir nicht jederzeit dem Kontrollwahn unterliegen, immer und überall über alles informiert zu sein.

Was wäre Donald Trump ohne seine digitalen Kanäle? Zum einen nicht Präsident der USA und nur eine Figur von vielen, auf den Bildern, die die Tagesschau zeigt.

Was wären die Anschläge von London und Manchester ohne private Handyvideos, live vom Geschehen? Nicht weniger schlimm!

Abstand ist nichts verwerfliches. Er hilft dabei einen klaren Kopf zu bekommen und zu behalten.

Ich werde in Zukunft darauf achten, dass mein iPhone Akku möglichst lange hält und das Nokia ist auch nach dem Urlaub weiter mein Ersthandy.

 

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