Warum ich jetzt unter die Gastronomiekritiker gehe

Wer von Euch geht gerne essen, oder generell aus?
Seit ich Papa bin, finde ich nicht mehr allzu oft die Zeit zum privaten Weggehen. Generell mag ich es aber mich in Restaurants, Cafes und Bars herumtreiben. Ob das Essen gut oder schlecht ist, das kann ich nur aus meinem laienhaften Verständnis heraus beurteilen. Aber darum soll es bei meinen zukünftigen Gastrokritiken, die ich hier als neue Kategorie einführe, auch gar nicht gehen.

Über ein gutes Essen entscheidet nicht nur die Küche

Als Kommunikationsheini habe ich, wie jeder Mensch der seinen Beruf liebt, die Berufskrankheit, auch in meiner Freizeit auf die Wahl der rhetorischen Waffen meines jeweiligen Gegenübers zu achten. Es macht mir Spaß Gespräche mit Einzelhändlern und Mitarbeitern aus Gastronomien im Nachhinein zu analysieren. Auch, um mich zu fragen, ob man mir hätte mehr verkaufen können – quasi als Reflexion über Möglichkeiten mich zu bezirzen.

Häufig fällt mir auf, dass meine Gastrorechnung hätte hoher ausfallen können, wenn das Servicepersonal mir tatsächlich etwas verkauft- und nicht nur meine Bestellung aufgenommen hätte.

Ich werde also nicht Essen- und Trinken bewerten, das können andere viel besser, sondern die Art und Qualität von Service und Verkauf, im Sinne des Gastronomen. Dabei geht es mir in dieser Kategorie nicht darum einzelne Restaurants und Co. vorzuführen und ich werde meine Ideen und Kritiken anhand echter, aber meistens anonymisierter, Erlebnisse berichten. Bei großen Ketten sei eine Ausnahme erlaubt.

Warum tue ich das?

Ich glaube, dass viele Gastronomien Geld auf der Straße liegen lassen, weil sie sich sehr viel Mühe mit Ambiente, Produkten und Co. geben. Dann vergessen sie aber ihre Dinge tatsächlich an den Kunden zu bringen. Vielleicht helfen meine Beobachtungen und Ideen dem ein oder anderen Leser – egal ob studentische Kellnerin oder Restaurantchefin – mehr Umsatz zu generieren, indem der Gast sich noch wohler fühlt. Denn das ist das letztendliche Ergebnis von gutem Verkaufen!

 

Digital Detox oder wie mein iPhone Akku einmal zwei Wochen nicht geladen wurde.

Ich habe es getan! Ich habe digital gedetoxt. 14 Tage Urlaub an der Nordsee. Ohne Smartphone, Tablet und Notebook. Nun ja, sie waren dabei, blieben aber unbenutzt. Normalerweise ist mein iPhone Akku gegen 17 Uhr bereit geladen zu werden. Diesmal hielt er 14 Tage.

Stattdessen wurde ich begleitet von meinem Nokia 6210, dessen Akku noch immer mehrere Tage durchhält – in Gebrauch! Ich habe eine Tageszeitung gelesen und jeden Abend die Tagesschau geschaut. Zusätzlich habe ich mir eine Sonntagszeitung gegönnt.

Was ich verpasst habe? Gar nichts! Die knapp 400 relevanten E-Mails waren nach meiner Rückkehr schnell beantwortet, vieles hatte sich bereits von alleine erledigt.

Was wir heute falsch machen

Wir konsumieren heute vielfach Informationen, weil wir es können. Der Stream bei Facebook sortiert sich nach jeder Aktualisierung neu und gaukelt und so vor, dass es ständig etwas Neues gibt. Dabei erfahren wir nicht viel mehr als Redundanzen. Das immer Gleiche aus verschiedenen Blickrichtungen. Wir wollen immer möglichst informiert sein, um ja nichts zu verpassen. Und verpassen dabei auf uns selbst zu achten, unsere Umgebung zu beobachten oder ganz einfach wirklich einmal gar nichts zu tun.

Mir tat der Entzug gut, denn ich habe (mal wieder) gelernt, dass es wenig gibt, das man verpassen kann. Ein furchtbarer Anschlag in London. Furchtbar, aber es ändert nichts am Weltgeschehen, wenn ich davon erst am nächsten Morgen erfahre und nicht live auf Twitter mit dabei sein kann. Ich habe sogar gewonnen, denn ich habe verschiedene sehr gute Telefonate geführt, die sonst nur trister Mailverkehr geworden wären. Ich habe Zeit gewonnen, ohne das Gefühl etwas zu verpassen.

Das Gefühl nichts zu verpassen müssen wir wieder lernen, denn die Welt dreht sich auch dann weiter, wenn wir nicht jederzeit dem Kontrollwahn unterliegen, immer und überall über alles informiert zu sein.

Was wäre Donald Trump ohne seine digitalen Kanäle? Zum einen nicht Präsident der USA und nur eine Figur von vielen, auf den Bildern, die die Tagesschau zeigt.

Was wären die Anschläge von London und Manchester ohne private Handyvideos, live vom Geschehen? Nicht weniger schlimm!

Abstand ist nichts verwerfliches. Er hilft dabei einen klaren Kopf zu bekommen und zu behalten.

Ich werde in Zukunft darauf achten, dass mein iPhone Akku möglichst lange hält und das Nokia ist auch nach dem Urlaub weiter mein Ersthandy.

 

Warum wir Kommunikation über- und unterschätzen

Ich muss das dann noch kommunizieren…

Bei der Nutzung dieses Wortes kommunizieren, anstatt die Worte sagenbesprechen oder klar machen zu nutzen, stehen meine Nackenhaare immer ein Stückchen hoch. Die Inflation der Kommunikation ist überall spürbar. Jeder möchte professionell kommunizieren, denn irgendwie haben viele verstanden, dass das wohl nicht so ganz unwichtig ist.

Es ist spannend zu beobachten, für wie wichtig das Thema erachtet wird. Erfolg hängt an erfolgreicher Kommunikation.

Was aber geschieht ist das genaue Gegenteil. Indem wir über Kommunikation reden, vergessen wir Kommunikation zu machen. Das ist schade, unnötig und kostet Geld.

Überschätze Kommunikation

Tagesaktuell sorgt diese Mail für Furore, die Adidas an die Teilnehmer des Boston Marathon geschickt hat:

Ja, das ist dumm, unnötig, unsensibel und hätte vor Social Media niemanden interessiert. Adidas´Umsatz wird dadurch höchst wahrscheinlich kaum tangiert werden.

Der Fall ist aber ein Beispiel für die übersteigerte Sensibilität gegenüber den Äußerungen großer Unternehmen und Marken. Die Wirkung der Kommunikation mit werbendem Charakter wird überschätzt. Auch, weil sich nach solchen Fällen stets eine kleine Schar von Menschen sehr laut und sehr aufgeregt äußert und dadurch vieles größer erscheinen lässt als es ist.

Natürlich ist Reputation eine wichtige Sache die den Marken- und Börsenwert langfristig beeinflusst. Aber den oben skizzierten Fehltritt mit einem echten Desaster in einen Topf zu werfen ist schlicht falsch.

Überschätzte Kommunikation finden wir zur Zeit auch an zahlreichen Bäumen und Straßenlaternen.

Wie hier in meiner Arbeitsheimat, wo gerade der Bürgermeisterwahlkampf tobt, ist auch das Bundesland Nordrhein-Westfalen ob der drohenden Landtagswahl mit Plakaten vollgestopft. Plakate, die viel Geld kosten, viel Müll produzieren und deren kommunikative Wirkung hoffnungslos überschätzt wird.
Diese Form der Kommunikation stammt aus einer Zeit, als Litfaßsäule und Plakatwände tatsächlich noch die einzige Möglichkeit darstellten sich der breiten Masse zu präsentieren. Ab 1920 wurde diese Möglichkeit der Präsentation massiv genutzt. Knapp 100 Jahre später hat sich daran  kaum etwas geändert. Warum? Alle tun es, da will man nicht nicht dabei sein. Also überbieten sich Parteien und Kandidaten in visueller Umweltverschmutzung.

Kommunikation, zeitgemäße Kommunikation, findet dadurch nicht statt – wenn man zeitgemäß als dialogisch definiert. Noch immer dominieren, neben den Plakaten, Wahlkampfstände wie zu Adenauers Zeiten und der Dialog in den sozialen Medien steckt meist noch nicht mal in den Kinderschuhen.

Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen – Loriot

Unterschätzte Kommunikation

Jenseits der Werbung findet die Kommunikation statt, die ich als unterschätzte Kommunikation bezeichne. Der Dialog, der Austausch der dort stattfindet wo es weh tut. Wo man nicht automatisch bejubelt wird. Unterschätzte Kommunikation ist es auch deshalb, weil sie nicht attraktiv und plakativ ist, nicht sexy.

Für United Airlines hieße das nicht nur Regeln zu ändern, sondern mit dem eignen Unternehmen ins Gespräch zu kommen – unter Einbezug der Öffentlichkeit.

Es geht nicht um nett und freundlich

Gute Kommunikation ist nicht die Kommunikation die besonders wertschätzend oder freundlich ist, sondern diejenige die stattfindet. An vielen Stellen unterschätzen wir die Macht stattfindender Kommunikation und überschätzen das Schweigen, das dann rasch zum Aussitzen wird. Kommunikation stattfinden zu lassen ist der beste Weg nach dorthin wo es weh tut, denn man muss sich miteinander auseinandersetzen.

Häufig leitet uns die Angst, ein Dialog könnte nicht nett und freundlich seindahin ihn gar nicht stattfinden zu lassen.

Man kann zwar nicht nicht kommunizieren, aber einigen wir uns darauf, dass es nicht-Kommunikation gibt. Und die ist meist keine Lösung für irgendetwas.

Diese Erkenntnisse sind nicht neu. Umso betrüblicher ist es, dass wir noch immer über Ihre Umsetzung reden müssen.

Wasch mich, aber mach mich nicht nass…

… gilt auch in der Kommunikation. Da werden Seminare besucht, Bücher gelesen und Podcasts gehört. Umsetzen sollen die gute, die professionelle Kommunikation aber die anderen. Vielfach sind wir sogar überschult und sehen die Basis gelingender Kommunikation gar nicht mehr. Und die ist, ganz einfach: Interesse, Information und Wertschätzung, auch wenn man nicht einer Meinung ist!

Das gilt analog und digital.

 

 

 

 

Schnurz und Wurst  —  Warum der neue WhatsApp-Status nicht egal ist.

Seit gestern hat ist die neue WhatsApp-Funktion ausgerollt. Mit dem “Status” können kurze Foto- und Videosequenzen, hübsch bearbeitet und mit Texten und Emoticons versehen, gespeichert werden und sind dann für die Kontakte im WhatsApp-Telefonbuch für 24 Stunden sichtbar.

Eine genauere Beschreibung liefert Chip unter http://www.chip.de/news/WhatsApp-So-aktivieren-Sie-das-neue-Status-Feature_109352043.html

Nach den ersten 24 Stunden liegt die Funktion noch weitgehend brach, schon lese ich aber in vielen Threads bei Facebook, die neue Funktion sei “egal”, “wurst” und letztlich nur eine Anbiederung von Facebook (denen WhatsApp gehört) an die aufkeimende Konkurrenz von Snapchat und Instagram.

Falsch!

Gerade im vergangenen Jahr hat der ursprüngliche SMS-Konkurrent die private Kommunikation verlassen und entwickelt sich rasant zu einem Tool für die professionelle Kommunikation von Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen mit prominentem Status.

Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Einsatz eines WhatsApp-Newsletters sind gut, nicht sehr gut. Zusätzlich nutze ich einige WhatsApp-Newsletter als Informationsquelle, z.B. den der “Rheinischen Post”.

Nicht vergessen darf man die relevante Kommunikation von Gruppen, Teams, Vereinen und anderen in WhatsApp-Gruppen. Wer behauptet, der Nachrichten-Dienst sei nur ein Werkzeug zum Versand von Textnachrichten, belügt sich selber.

Welche Chancen bietet nun der “Status”?

Ganz konkret sehe ich Statusmeldungen von Menschen die bei Facebook nicht aktiv sind, ich sehe Statusmeldungen die wesentlich privater sind als die durchgestylten Posts bei Instagram und Co. Das ist gut und unterstreicht die persönliche Note von WhatsApp. Eine persönliche Note die nicht vergessen lassen darf, dass Statusmeldungen natürlich nicht privat sind. Man gibt Informationen in ein soziales Netzwerk und weiß damit nie wo was landet!

Für die professionelle Kommunikation bietet die Statusfunktion eine Vielzahl von Möglichkeiten. 

Welche Möglichkeiten sind spontan zu sehen?

Viele Unternehmen werden versuchen ihre Bildkampagnen auch über diesen Kanal zu spielen. Langweilig. Gute Möglichkeiten sehe ich aber für die Informationsverbreitung von regionalen und lokalen Zeitungen und Rathäusern.

Zeitungen können Lust, entweder auf ihre Gesamtausgabe oder ein bestimmtes Thema, lenken. Sie können zeitnah Informationen versenden, die eine tatsächliche Relevanz haben. Auch, weil WhatsApp es zulässt die Empfänger von Status-Nachrichten zu kontrollieren. Nicht jeder muss alles erhalten. Tools dazu wird der Markt bald sicher bereitstellen.

Rathäuser und Verwaltungen können ihren Bürgerservice ausbauen, können Informationen streuen, die relevant sind. Der Flyer für ein Fest am Wochenende – als Status eingestellt und abrufbar. Die temporäre Straßensperrung – Bild und kurze Info als Status. Ein echter Mehrwert für die Menschen die es betrifft.

Also. Wurst? Nein, eine weitere Chance die Menschen dort zu erreichen wo sie sowieso schon sind.

Warum Trump die Enttrumpisierung fürchten muss

Einen großen Teil ihres temporären Erfolges haben die Nationalsozialisten im sogenannten Dritten Reich ihrer, im Sinne der Sache, gelungenen Kommunikation zu verdanken.

Sie bereiteten Deutschland auf ein „Tausendjähriges Reich“ vor und setzten alles daran, diese Idee im Volk zu verkaufen.

„Nach mir die Sintflut“, wird sich also manches gedacht haben. 1000 Jahre wird kein Mensch und deshalb machte es wenig Sinn über die Zeit nach Hitler zu sinnieren. Erst die Entnazifizierung durch die alliierten Siegermächte brachte dann für manchen das Böse erwachen. Man war einem Dämon hinterher gelaufen und hatte „Hurra“ bei etwas gebrüllt, das verabscheuungswürdig war.

Donald Trump wird maximal acht Jahre im Präsidentenamt bleiben – so will es die Verfassung der Vereinigten Staaten. Und diese Perspektive löst bereits jetzt, Wochen nach der Amtseinführung, aus, dass sich Menschen auf die „nach-Ära“ vorbereiten.

Angefangen mit dem Ausscheiden eines großen Teils des Stabes eines Ministerium, weiter über die klare Kampfansage einer Gruppe von Geheimdienstlern.

Die Menschen verstehen, dass sie in einer Zeit nach Trump Probleme bekommen werden, sollte man sie seinen Unterstützern oder Zuarbeitern zuordnen können.

Paradoxerweise sind es egoistische Momente, die der Gemeinschaft helfen. Jeder denkt an sich, will nicht persönlich in Mitleidenschaft geraten, wenn es heißt „Trump ist weg“ und schafft dadurch eine Massenbewegung.

Irgendwann wird Trump also darüber stolpern, dass nur die, die nicht können wollen und die die können nicht mehr wollen, bzw. dürfen.

Für mehr Erklären – Warum Populär Populismus begegnen kann

Laut vieler Thesen und Medienberichten befinden wir uns nun im postfaktischen Zeitalter und der Populismus gewinnt langsam die Oberhand.

Das mag in Teilen stimmen. Alleine aber das Hinnehmen dieser Tatsachen empfinde ich als ebenso postfaktisch und pre-populistisch. Zeichen sich Populisten nicht dadurch aus, dass sie eben keine weiteren Meinungen gelten lassen wollen als ihre? Genau!

Die größte Schwierigkeit beim Populismus ist ja, dass man ihn nicht sofort erkennt. Auch vor dem Ausrufen unserer heutigen Zeit gab es Populisten und populistische Äußerungen. Letztlich leben wir alle davon hier und da populistisch zu agieren. Und sei es nur im Kleinen. Populismus ist nicht grundlegend „böse“. Schlecht ist er nur, wenn er nicht erkennbar ist. Oder auf Menschen trifft die alles unhinterfragt lassen.

Warum hat der Populismus gerade jetzt eine Chance?

Um eine berühmte Tampon-Werbung frei zu zitieren: Die Geschichte des Populismus ist eine Geschichte voller Missverständnisse und absolut nichts neues.

Karl Marx fand 1844 mit dem Claim, Religion sei das Opium des Volkes eine treffende Kurzbeschreibung für die Art und Weise wie die Kirche die Menschen an sich bindet.

Bereits Aristoteles beschrieb den Populismus indirekt als er erklärte, dass Substanz etwas sein, dass nichts anderes um sich herum braucht um zu existieren.

Populismus ist also ein alter Hut. Warum also ist er wieder neu in Mode?

Weil alle, die etwas zu erklären hätten, dieser Aufgabe in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten nur bedingt gut nachgekommen sind.

Gerade die Politik hat oftmals versäumt die tatsächlich schwierigen und weitverzweigten Sachzusammenhänge transparent zu machen, zu zeigen warum eine Entscheidung so getroffen wurde wie man sie nun vorfindet. Es wurden Modelle und Reformen erfunden und erarbeitet die funktionieren – die aber niemand außerhalb des politischen Systems wirklich versteht.

Populismus wird auch als Anti-Intellektualismus beschrieben. Und darin liegt, meines Erachtens die Lösung. Keine Gesellschaft ist als Masse intellektuell. Tatsächlich wird „Masse“ immer eher vom gesunden Menschenverstand geleitet. Und dieser ist eher simpel als kompliziert.

Was ist also zu tun? Wie kann dem Populismus begegnet werden?

Durch Popularität.

Populär entstammt dem französischen Wort populaire  und bedeutet „zum Volk gehörig“. Also eine Forderung die immer wieder, gerade an die Politik gestellt wird aber auch in Unternehmen immer dann laut wird, wenn zu viel top-down herrscht.

Die Unterschied zwischen populär und populistisch ist dabei, dass populäres Handeln darauf zielt Entscheidungen verständlich zu machen, herzuleiten, zu erklären. Es besteht also ein grundlegender Unterschied zu einer populistischen Handlungsweise.

Erklären wiederum leitet sich vom Adjektiv klar ab und steht für deutlich oder auch ausrufen.

Wie begegnen wir also dem Populismus unserer Zeit, der die Gefahr birgt rasche und einfache Lösungen zu favorisieren, ohne die Zusammenhänge wertzuschätzen?

Eigentlich (und eigentlich ist ja immer ein doofes Wort) ist es ganz einfach: wir müssen vermehrt darauf achten, Dinge zu erklären, Zusammenhänge nicht auszulassen und eben dadurch populär zu werden. Dann hat der Populismus keine übergreifende Chance mehr. 

 

 

 

 

 

Warum Unpolitischsein keine Ausrede mehr sein darf. Politik und die „2.0“-Generation.

Mein gesamtes Umfeld und ich waren lange Zeit unpolitisch. Das war auch gut so, denn politisch engagiert waren nur die, die keine Freunde hatten. Politisch engagiert waren die Wichtigtuer und Emporkömmlinge, die sonst nirgendwo emporkommen konnten.

Ein Fehler.

Das hat dazu geführt, dass ich mich in einem Kosmos bewegt habe, in dem Politik zwar kommentiert wurde. Stets aber überheblich und abschätzig. So wie es 80 Millionen Bundestrainer gibt, so gibt es auch 80 Millionen Bundeskanzler, Minister, Landräte und Bürgermeister. Wenn ich es machen würde, dann wäre alles besser. Ich mache aber nicht.

Unpolitischsein ist herrlich einfach. Damit ist jetzt Schluss.

Die Briten treten aus der EU aus, Trump wird US-Präsident, die Österreicher wählen fast einen Rechtsaußen, und 2017 folgt erst noch.

Die Schuldfrage ist schnell geklärt. Wir, die Unpolitischen sind daran schuld. Denn wir haben es den Brexit-Befürwortern leichtgemacht. Wir haben es Trump leicht gemacht, die Massen für sich zu mobilisieren. Denn wir waren nicht da. Wir haben gelesen, gelacht und auf das Beste gehofft. Aber das reicht nicht.

Zuhören, zugucken, analysieren ist wichtig. Aber wenn das Machen ausbleibt, nur sehr wenig wert.

Wir, die Unpolitischen, die irgendwann in den 80ern und 90ern geboren wurden, müssen aktiv werden. Wir können vieles das gebraucht wird. Wir kennen die nicht-digitale und die digitale Welt. Wir können diese Gnade nutzen und vermitteln. Es ist unsere Aufgabe und Pflicht.

Wir können auch weiter unpolitisch bleiben. Nur dann dürfen wir uns hinterher nicht beschweren.

Ich habe für mich entschieden, und das schon vor dem Brexit, dass meine Zeit des Unpolitischseins vorbei ist. Ich möchte aktiv mitmachen, mitgestalten, scheitern und Erfolge feiern. Wenn Politik uncool ist, dann bin ich das gerne auch.

Subjektiv: Warum IKEA vieles richtig macht. Und Warenhäuser wenig.

Ich brauche Boxen. Solche, in denen man Dinge unterbringen kann, um das tägliche Chaos besser zu orchestrieren.

Ich bin ein Freund vom lokalen Einkaufen und versuche so oft es geht mein Geld bei den Händlern meiner Region auszugeben. Deshalb führte mich mein Weg heute morgen zu Horten, das mittlerweile GALERIA Kaufhof heißt, bei mir aber immer noch als Horten gelistet ist. Schließlich haben wir uns früher um 15 Uhr vor Horten getroffen, nicht vor… genug der Vergangenheitsbewältigung.

Es ist 9.30 Uhr und der ganze Laden ist nahezu menschleer. Ich frage eine Dame nach den begehrten Boxen. Sie läuft kurz weg, wieder zu mir hin, schaut sich um, geht hinter die Kasse und sagt ich müsse auf den Kollegen warten. Ok. „Wo finde ich denn die Boxen…?“, frage ich freundlich. Und erhalte als Antwort: „vielleicht in der Schreibwarenabteilung.“ Ich beschließe der Sache selber nachzugehen, finde sie nicht, warte noch etwas und verlasse den Laden unter den Augen meiner vorherigen Gesprächspartnerin.

Schnitt. Fünf Stunden später. Eine Ikea-Filiale.

Sie ist brechend voll und die Menschen kaufen Weihnachtsdekoration als sei morgen der heilige Abend. Die Menschheit ist ziemlich doppelmaralisch, denke ich mir. Wir beschweren uns über Weihnachtsmänner im Supermarkt und kaufen ein schwedischen Möbelhaus leer, sobald es den weihnachtlichen Schnickschnack aus dem Lager rollt.

Ich finde keine Boxen, spreche eine Ikea-Mitarbeiterin an. Sie lässt alles stehen und liegen, fragt mich zu welchem Zwecke ich Boxen benötige und führt mich zu meinem Ziel.

Ich versteh manche Dinge nicht. Warum spielen die bestehenden Kauf- und Warenhäuser ihre Stärken nicht aus? Sie sind vor Ort, sie haben die Chance ihre Kunden jenseits von Big Date kennenzulernen, sie können beraten, Kontakt und Beziehungen aufbauen. Und was machen sie? Sie zeigen mir, stets aufs Neue warum ich gerne bei Amazon und Co. einkaufe. Amazon plant derweil Offline-Läden. Schade!

„Horten“ und Co. haben noch Chancen bevor Amazon seine Schilder an das Ladenlokal nebenan hängt. Aber nicht mehr lange.